Die Idee
Inspiriert von Eugenie Schwarzwald
GENIA ist eine Hommage an die Pädagogin, Schulreformerin und Direktorin der Schwarzwaldschule in Wien, Eugenie „Genia“ Schwarzwald (1872-1940), deren Bildungsverständnis ihrer Zeit weit voraus war. Nicht auswendig lernen, sondern Diskussion war bereits Jahre vor dem Ersten Weltkrieg bei ihr gelebte Praxis. Sie förderte die Ausdrucksfähigkeit und das Selbstbewusstsein ihrer Schülerinnen und Schüler im Schreiben, Singen und Theaterspielen. Ihre Besuche lud sie regelmäßig ein, mit ihr durch die Schulklassen zu gehen. An ihrer Schule unterrichteten auch so bekannte Personen wie Arnold Schönberg und Oskar Kokoschka.
„Genia“, auch „Fraudoktor“ genannt, war eine der ersten Österreicherinnen, die an der Universität Zürich promovierte. In ihrem Haus in der Wiener Josefstädter Straße 68 führte sie einen Salon, einen Ort des Austauschs, an dem ihre SchülerInnen und LehrerInnen mit führenden Intellektuellen, LiteratInnen und KünstlerInnen ihrer Zeit zusammentrafen, darunter Else Lasker-Schüler, Rainer Maria Rilke, Ezra Pound, Robert Musil oder der junge Karl Popper.
Zahlreiche Zeitzeugenberichte und Lebensgeschichten zeugen von der nachhaltig prägenden Pädagogik, beispielsweise die vom ehemaligen Schüler Peter F. Drucker verfasste Autobiografie „Schlüsseljahre: Stationen meines Lebens“ oder der Roman von Karin Michaëlis mit dem Titel „Die fröhliche Schule“. Der neuen Technik war Fraudoktor aufgeschlossen und so nützte sie bereits Mitte der 1920er Jahre das Radio, um ihre Ideen zu verbreiten.
Die Haltung von Eugenie Schwarzwald wird von GENIA aufgegriffen und zeitgemäß weitergeführt – digital vernetzt und international. Das Vertrauen in junge Menschen, die Öffnung des Klassenzimmers zur Welt und die Überzeugung, dass Lernen durch Begegnungen an Tiefe gewinnt, bilden das Fundament unseres Netzwerks.
Manchmal beginnt Lernen damit, die Perspektive zu wechseln.



